Autor: Leonard Anders

 

Sonstige Literatur

Hier werden ab sofort für Euch medizinische und psychologische Fach- und Sachbücher rezensiert

 

Ich arbeite ja, wie die meisten von Euch wissen mit zahlreichen Experten zusammen. Einige davon haben auch Bücher geschrieben. Manche davon sind in meinem Buch in der Leseliste aufgeführt. Andere wiederum sind erst nach meinem Buch erschienen oder werden erst im zweiten Buch mitwirken.

 

Die ersten Rezensionen:

Professor Franz Rupper: Wer bin ich in einer traumatisierten Gesellschaft

Stefan Konrad Niederwieser: Das Trauma von der Seele schreiben

Dr. Mirriam Prieß: Dein Weg zurück

 

Artikel auf „beziehungsweise“

https://www.beziehungsweise-magazin.de/author/leonard-anders/

Meine Artikel auf www.beziehungsweise-magazin.de:

Missverständliche Kommunikation von Betroffenen

Das www ist das Mekkar für Narzissmusbetroffene jeder Fassion. Ob nun Opfer, Täter, Betroffener, Narzisst, Co- Narzisst, Aufklärer, Verklärer, Coach, Heilpraktiker, Troll oder Möchtegern… sie alle tummeln sich hier und geben ihre Sichtweise zum Besten. Ob nun auf Youtube mit Videos, Büchern, Buchkritiken, Buchrezensionen, Artikeln auf Websiten, eigenen Websiten oder Kommentaren – alle tragen was dazu bei.

Jeder hat eine andere Sichtweise, eine eigene Wahrnehmung, Perspektive oder Wahrheit. Und jeder hat Recht. Ja jeder hat Recht, aus seiner Sicht, in seiner Perspektive und demnach auch das Recht dazu diese Meinung zu publizieren. Niemand aber das Recht dazu darüber zu urteilen, wer jetzt „mehr Recht hat“. Jeder darf dazu eine eigene Meinung haben, bestenfalls mit einer Ich-Botschaft ausformuliert. Trotzdem lassen sich Generalisierungen und Pauschalisierungen nicht vermeiden. In diesem Falle hilft es als Leser beim Lesen sich zu distanzieren, falls es triggert oder sich abzugrenzen, falls man sich selber angesprochen fühlt. Jeder hat wie gesagt das Recht dazu sich frei zu äußern. Für mich gibt es keine reinen Opfer und Täter. Wir sind alle immer beides. Wir leben in einer traumatisierten Gesellschaft, die das eigene Trauma versucht abzuwehren und dabei andere (Re-)traumatisiert. Nur wer sein Trauma aufgelöst hat, schafft es im Lesemoment sich zu entspannen. Ich habe großes Mitgefühl mit allen, die immer noch angespannt sind und auf Websiten versuchen eine Erklärung zu finden für das Verhalten anderer. Denn auch wenn die meisten von uns als Kind unschuldig belastet wurden und als Kind entsprechend auch keinerlei Verantwortung oder Schuld auf sich genommen haben, haben wir spätestens als Erwachsener Sorge dafür zu tragen, wie wir mit dem umzugehen haben, was uns tagtäglich wiederfährt. Auch für den Umgang mit neuen Triggern tragen wir die Verantwortung.

Niemand muss die Meinung oder Sichtweise eines anderen teilen. Selbst annehmen muss man die Meinung eines anderen nicht. Respektieren wäre schön, denn das erwartet man von den anderen über die eigene Meinung auch. Also am Ende etwas stehen lassen zu können, wie es ist, das sollte das Ziel sein, von uns allen. Nichts- Tun und entspannen, statt angreifen und anspannen. Dann lieber in Wald gehen und Bäume umarmen oder anschreien. Aber den anderen abzuwerten für eine Meinung, die man selbst nicht hat, finde ich sehr destruktiv und nicht hilfreich, wenn es darum geht mit sich Selbst und dem inneren Kind in Kontakt zu gehen.

Auch hier sind durchaus andere Meinungen erlaubt. Dennoch und das wünsche ich mir von UNS allen: NACHSICHT mit dem was ist. Ich stelle mir immer wieder die Frage, was der andere davon hat, wenn ich seiner Meinung bin. Ich frage mich ebenso, was ist, wenn ich dem anderen zweifelsohne zustimme. Und ich frage mich auch, wo der Erkenntnisgewinn ist, wenn wir alle zu Ja- Sagern mutieren. Erreichen wir so den Frieden?

Weihnachtsaktion- Der Autorenweihnachtskalender


(www.autoren-adventskalender.de)

 

Der Ring

Advent Advent ein Lichtlein brennt. Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, dann steht das Christkind vor der Tür“

Das hast du aber schön gemacht“ erwidert Nils der Weihnachtsmann gegenüber dem kleinen Mädchen, welches gerade auf seinem Schoß sitzt.

Nils ist Ende 20 und hat erst dieses Jahr die neue Stelle als Kaufhausmaskottchen angetreten. Über die Weihnachtszeit aber spielt er den Weihnachtmann um Kindern eine Freude zu machen. Eben hat er der kleinen Lisbeth ein Weihnachtsgedicht abgenommen und ihr zur Belohnung ein Säckchen mit Süßigkeiten überreicht.

An seinem rechten Mittelfinger prangt ein dicker Ring, ein Erbstück seines Bruders, der vor einiger Zeit bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Mit im Auto saß auch seine damals schwangere Verlobte, die ebenfalls ums Leben kam. Das Baby konnte gerettet werden. Nils war zu dieser Zeit bei der Marine. Erst diesen Sommer hat er der Bundeswehr den Rücken gekehrt um jetzt endlich anfangen zu leben. Leider ist die Joblage nicht so günstig, so dass er Übergangsweise den Posten als Kaufhausmaskottchen angetreten hat. Anfang diesen Monats bat ihn Herr Schrumm der Leiter des Kaufhauses, die Rolle des Kaufhausweihnachtsmannes zu übernehmen, da die eigentliche Person, die den Weihnachtsmannposten bekleiden sollte, einfach nicht erschienen war.

Irgendwas war komisch. Lisbeth hat den Ring gesehen. Sie kannte den Ring irgendwoher, wusste aber nicht woher. Lisbeth ist Sechs Jahre alt und diesen Sommer erst eingeschult worden. Sie lebt im Waisenhaus und heute war einer dieser Tage wo ihre Erzieherin Julia mit den Kindern einen Ausflug machte. Ihre Eltern hat sie nie kennen gelernt. Die sind vor ihrer Geburt beide bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Dass Lisbeth lebt, ist ein kleines Wunder. Ihr Vater ist auf dem Weg ins Krankenhaus von einem Lastwagen gerammt worden. Noch am Unfallort wurde Lisbeth geboren. Ihre Mutter starb wenig später an den Folgen des Unfalls. Seitdem lebte Lisbeth im Waisenhaus Sonnenbach. Ihre Großeltern lebten auch nicht mehr und von ihrem Vater wusste man nicht viel, außer dass er einen Bruder hatte, der die Familie früh verließ um die Welt auf einem Schiff zu erobern. Wie das Schiff hieß wusste keiner.

Da es nicht mehr lang bis Heiligabend ist, stand heute ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt an. Da es auf dem Marktplatz keinen einzigen Weihnachtsmann gab, hat Julia beschlossen mit ihren Schützlingen das Kaufhaus aufzusuchen. Auf die Schrumms war immer Verlass. Die hatten jedes Jahr einen Weihnachtsmann in der Kinderabteilung. Auch sonst ließen sich die Schrumms immer sehr viel für die kleinen Erdbewohner einfallen. Deswegen war sich Julia sicher, dass sie heute mit den Kindern im Kaufhaus auf den Weihnachtsmann treffen würde.

Jetzt waren sie wieder im Haus Sonnenbach. Lisbeth dachte immer noch an den Ring. Sie war ganz abgelenkt und gar nicht bei der Sache. Sie stocherte verträumt in ihren Nudeln herum.

Lisbeth, was ist los mit dir, magst du deine Nudeln nicht“ fragte Julia schließlich. Aber Lisbeth hörte sie anscheinend nicht. Sie schaute weder auf, noch machte sie irgendwelche Anstalten zu antworten. Sie war ganz in ihrer Welt und fragte sich woher sie den Ring kannte.

Die ist bestimmt in den Weihnachtsmann verliebt“ ruft Max in die Runde, der neben Lisbeth sitzt. Anschließend zwickte er Lisbeth in die Seite, Das Gelächter am Tisch ging los. Lisbeth schaute auf, errötete und stand wortlos auf. Dann rannten die Tränen. Sie rannte auf ihr Zimmer.

Nun lag die kleine auf ihrem Bett und weinte. Und sie überlegte immer noch woher sie den Ring kannte, den der Weihnachtsmann trug. Schließlich schlief sie ein.

Nils betrat sein Apartment um kurz nach Neun. Er hatte nachdem das Kaufhaus geschlossen hatte, noch mit seinem Chef Walter Schrumm einen Weihnachtspunsch getrunken. Sein erster Tag als Kaufhausweihnachtsmann war erfolgreich. Die Kinder waren begeistert von seiner bärigen Stimme und auch von den Eltern gab es durchweg positive Reaktionen. Nachdem er sich auf die Couch gesetzt hat, ließ er nochmal kurz den Tag Revue passieren. Dabei fiel sein Blick auf ein Foto seines Bruders mit seiner Verlobten. Er bedauert es sehr nicht bei der Beerdigung gewesen zu sein. Von seiner Beinahe- Nichte wusste er auch nichts. Als er sich das Foto näher betrachtete, rollten ihm Tränen die Wange runter. Sein Bruder und er waren als Kinder wie beste Freunde. Sie konnten sich immer aufeinander verlassen. Sein Bruder war der Ältere von beiden. Er war ein Vorbild für Nils. Ihre Eltern ließen sich früh scheiden. Beide lebten bei ihrem Vater. Die Mutter war mit einem neuen Mann durchgebrannt und schickte nur noch Geld zu ihren Geburtstagen und zu Weihnachten sahen sie sich. Nachdem er sich für fünf Jahre bei der Marine verpflichtet hatte, sahen sie sich nur noch einmal. Ansonsten schrieben sie sich.

Er schaute sich das Foto der beiden genauer an. Sein Bruder hatte schon immer einen guten Geschmack gehabt. Er schaute sich die Frau auf dem Foto genauer an. Irgendwas war komisch. Er kannte die Frau. Er glaubte er habe sie schon mal gesehen. Ihm fiel nur nicht ein wo. Und eigentlich kann das ja nicht stimmen, denn diese Frau war schon lange tot und kennen gelernt hatte er sie auch nicht. Er überlegte und überlegte und schlief dann schließlich ebenfalls ein.

Lisbeth ging der Ring nicht aus dem Kopf. Als sie aufwachte, hatte sie nur einen Gedanken. Woher kannte sie den Ring? Trug ihre Mutter nicht auch so einen Ring auf einem der Bilder, die sie noch von ihr hatte? Schließlich öffnete Lisbeth ihre Nachttischschublade. In dieser verbarg sich eine Schatulle wo Fotos von ihrer verstorbenen Mutter drin waren. Die letzten Erinnerungen an eine Frau, die sie 9 Monate lang unter ihrem Herzen trug. Sie schaute sich die Bilder genauer an. Und dann sah sie den Ring. Dieser prangte aber nicht an der Hand ihrer Mutter, sondern an der Hand ihres Vaters. Lisbeth erschrak. Konnte das wirklich wahr sein? Ihr Vater war doch tot. Hoffnung keimte auf. Hatte er doch überlebt?

Als Nils erwachte war es kurz nach Sieben. In Zwei Stunden würde er wieder seinen Dienst als Kaufhausweihnachtsmann verrichten. Er duschte, trank einen Kaffee und zog sich dann seinen Weihnachtsmannanzug über. Und dann fiel es ihm wie Schuppen vor die Augen. Ihm fiel ein woher er die Frau kannte. Da war doch gestern dieses Mädchen. Wie heißt die Kleine nochmal? Er dachte nach. Irgendwas mit L. Er hatte ein furchtbares Namensgedächtnis. Gerade die Namen von Frauen konnte er sich nicht merken. In jedem Hafen wo sie mit der Marine anlegten hatte er eine andere. Namen waren am Ende Schall und Rauch. Das Mädchen jedenfalls erinnerte ihn an die Verlobte seines Bruders. Ein Zufall? Soviel Ähnlichkeit ist doch nicht normal. Und dann dieses Lächeln und diese Augen. Hatte sein Bruder etwa ein Kind mit seiner Verlobten? War er etwa Onkel ohne es zu wissen? Und war diese Kleine von gestern etwa seine Nichte? Nils konnte es kaum glauben. Er würde der Sache auf den Grund gehen, soviel war schon mal klar.

Lisbeth klopfte ganz aufgeregt an die Tür ihrer Erzieherin Julia.

Julia, Julia, mein Vater lebt!“

Julia öffnete die Tür und schaute ganz verwirrt drein. Sie wusste im ersten Moment nicht wovon die kleine Lisbeth redet. Sie wusste nur, dass das, was Lisbeth von sich gab, nicht stimmen konnte.

Lisbeth, wie kommst du denn darauf?“

Und dann erzählte ihr Lisbeth von dem Ring, den sie am Finger des Weihnachtsmannes gesehen hatte.

Lisbeth deine Eltern sind beide im Himmel. Du musst dich irren“

Als die Kleine das hörte fing sie erneut an zu weinen. Dann rannte sie aus dem Zimmer. Julia starrte ihr entgeistert nach und verharrte auf der Stelle.

Nils hatte keine Schwierigkeiten den Namen des Kindes heraus zu finden. Auf Wunsch konnten die Eltern sich in eine Liste eintragen lassen, falls der Bedarf eines Weihnachtsmannes an Heiligabend besteht. Und auch das Waisenhaus Sonnenbach gehörte zu den Kunden des Kaufhauses Schrumm, die sich für einen Besuch des Weihnachtsmannes am Heiligen Abend eingetragen haben. Und Nils wusste jetzt schon, was zu tun war.

Und dann war auch schon Heiligabend. Die Kinder im Waisenhaus hatten sich alle chic angezogen, sollte doch der Weihnachtsmann zu Besuch kommen. Nur Lisbeth war unglücklich. Sie hatte so sehr gehofft, dass der Mann mit dem Ring ihr Vater gewesen sein könnte. Doch nachdem Julia ihr alle Hoffnungen genommen hatte, hatte sie beschlossen sich damit abzufinden. Trotzdem war sie traurig. Keiner wollte sie haben, so glaubte sie. Jedes Mal wenn eine Familie sich vorstellte, wurde ein anderes Kind ausgewählt, welches dann adoptiert wurde. Und Lisbeth wünschte sich so sehr endlich in einer eigenen Familie zu sein, mit eigenem Weihnachtsbaum und keinen nervigen Kindern, die sie immerzu stichelten.

Hoe Hoe Hoe… Nils läutete an der Tür des Waisenhaus Sonnenbach. Über seine Kontakte die er noch zur Bundeswehr hatte, war es für ihn ein Leichtes heraus zu finden, wer dieses Mädchen war. Er konnte es selbst kaum fassen, als er erfuhr, dass die kleine Lisbeth die Tochter seines verstorbenen Bruders sein konnte. Er hatte den innigen Wunsch die Kleine zu sich zu nehmen. Er wollte sich auch endlich eine Frau zu suchen, deren Namen er sich merken konnte. Und wenn Lisbeth wirklich seine Nichte wäre, wäre sein Glück perfekt.

Der kleine Max öffnete die Tür. Und Nils trat ein. Nachdem das vorletzte Kind seinen Vers aufgesagt hatte, war Lisbeth an der Reihe. Doch Lisbeth wollte nicht. Nils verstand das als Zeichen, und zog seine Handschuhe aus. Lisbeth erblickte den Ring. Wieder versetzte es ihr einen Stich. Und wieder rollten ihre Tränen. Nils wusste was er zu tun hatte. Er trat an Lisbeth heran. Er streichelte ihren Kopf. Dann zog er das Foto seines Bruders mit seiner Verlobten heraus. Lisbeth schaute sich das Foto an. Und dann wusste sie auch Bescheid. Sie hatte es sich nicht eingebildet. Nur wer war dann dieser Mann, wenn ihr Vater tot sein soll?

Ich vermisse meinen Bruder auch“

Lisbeth traute ihren Ohren kaum.

Und ich vermisse meine Mutter“

Jetzt kamen auch Nils die Tränen. Ein Weihnachtsmann der weint. Wo gibt’s denn so was?

Eine Woche später dann war es soweit. Lisbeth zog bei Nils ein. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute 🙂

Wie narzisstische Verletzungen heilen können

Die narzisstische PS ist eine der schwersten und komplexesten Persönlichkeitsstörungen überhaupt. Nicht jeder mit narzisstischen Anteilen leidet und ist entsprechend seelisch „erkrankt“, aber die, die darunter leiden, leiden teilweise Höllenqualen. Und auch die Partner und Partnerinnen von Narzissten können betroffen sein, sowohl mit eigenen Glaubenssätzen, als auch eigenem Störungsbild. Man triggert sich also gegenseitig.  Und dennoch bin ich davon überzeugt, dass man wieder gesunden kann und dass eine Beziehung daran wachsen kann, statt immer nur kaputt gehen.

Die Heilung des inneren Kind war mein Weg. Welcher wird deiner sein?

 

Wut und Hass und Narzissmus-Bashing darf auf keinen Fall die Lösung sein. Der Weg zur Liebe führt durch das Selbst. So sind zumindest meine Erfahrungen.

Narzissten sind keine Monster

Narzissten sind keine Monster!
Ein Narzisst ist ein menschliches Wesen, dessen Bedürfnisse in seiner Kindheit mehrfach frustriert wurden, der seine Autonomie niemals entwickeln konnte, der verletzt wurde, der in einer nicht wertschätzenden Umgebung aufwuchs, der Lob nur bei besonderen Leistungen bekam, der niemals bedingungslose Liebe erfahren hat und nun aufgrund seiner Selbstverachtung und seiner fehlenden Selbstliebe im Außen kämpft und sich über das Außen definiert und sich leider oft sehr unglücklich anstellt, sich vor Kritik und weiteren Verletzungen seiner Persönlichkeit, welche bei ihm eine Re-Traumatisierung auslösen, zu schützen, indem er sich selber aufwertet (erhöht) und andere dabei abwertet. Hinter seiner Wut steckt immer ein kleiner trauriger Junge oder ein kleines trauriges Mädchen – die Wut hindert den Zugang zum inneren Kind.

Narzissten beschützen nur ihr inneres Kind, leider stellen sie sich manchmal dabei sehr unglücklich an. Nach Außen wirkt das dann immer als habe der Betroffene kaum Empathie, keinerlei Resilienz, dafür aber ein überdimensionales Ego.

Gegen weiteren Schmerz

Auf vielen Websiten wird der Narzisst als Übeltäter dargestellt, der andere stets manipuliert, ausbeutet und damit alleiniger Sündenbock ist, der schuld hat, dass die Beziehung kaputt ist und der Ex oder die Ex leidet.

Dass in einer Partnerschaft lediglich zwei Menschen aufeinander treffen, die ihre dysfunktionalen Glaubenssätze bestätigen und damit triggern, wird dabei gerne übersehen.

Fakt ist, zu einer Beziehung gehören immer zwei. Einer der macht und einer der machen lässt. Wer für finanzielle Absicherung eine schlechte Behandlung duldet verdient Mitgefühl. Dennoch hat man es selber in der Hand dafür zu sorgen, dass gut mit einem umgegangen wird. Zur Not trennt man sich. Was ist daran so schwer?

Dass man dann lieber auf Narzissmusopferseiten über seinen Ex oder sich in Therapie-Befindliche sich sehr negativ äußert, verschafft im ersten Moment sicherlich Erleichterung (weil Wut tut gut), lindert aber kaum den eigenen Schmerz (Heilung findet im Inneren statt).

Man verbindet Verbündete und fühlt sich verstanden. Aber kaum geht man off, geht auch das grandiose Gefühl abhanden.

Am Ende des Tages sitzt man wieder mit dem eigenen Kummer allein. Muss man vorher tatsächlich anderen gegenüber ein gemeines Schwein sein?

 

Auf Narzissmusopferseiten sind die Rollen wieder vertauscht, merkt aber keiner, wegen dem scheiß Rausch.

Das Dramadreieck bleibt ein Dreieck, da kann man noch so viel tanzen, der Hass geht nur weg, wenn man den Zweck des Schmerzes erkennt und nicht mehr seine Tränen verdrängt.