Rezension „Wer bin ich in einer traumatisierten Gesellschaft“ von Professor Franz Ruppert

Wer bin ich in einer traumatisierten Gesellschaft?

Ich bin ein Trauma- Opfer, jawohl- als Kind wurde ich traumatisiert, mein weiterer Weg war geprägt durch Kampf und Vermeidungsstrategien. Dadurch wurde ich zum Trauma- Täter. Ich wollte überleben, also gab ich mir Mühe der Beste zu sein und mir war jedes Mittel recht diese Anerkennung zu erfahren. Aus meinem „narzisstischen Ego“ heraus, welches ich mir ungewollt aneignete (Überlebensmechanismus) traumatisierte ich somit auch andere (wobei ich keine eigenen Kinder habe), bzw. ich trug dazu bei, dass auch andere Traumaopfer durch meine Traumatäterhandlungen zu Traumatätern wurden.

Tief in mir aber wusste ich, dass da noch mehr ist, als nur diese beiden Dynamiken. Und dieses Buch gibt mir jedes Recht dazu, dazu zu stehen denn es ist wahr. Ich bin auch ein Mensch, mit einem Ich, welches ich irgendwann mal entdeckt habe. Und ich trage Liebe in mir. Ich bin etwas Besonderes. Ich bin gerne Ich ohne diese ganzen Schubladen und Etiketten, die andere mir verpassen, nur um mit sich selbst klar zu kommen bzw. sich von den eigenen Traumata abzulenken, welche sie auf mich zu projizieren versuchen.

Dieses Buch ist eine herausragende Auseinandersetzung mit dem eigenen Trauma. Der Autor selbst schreibt über seine eigenen Traumatisierungen und seinen Umgang damit und was er tut für eine „bessere“ Welt. Ich kann jeden, der sich mit der eigenen Identität auseinandersetzt oder sich damit auseinander setzen möchte, wärmstens empfehlen dieses wundervolle Buch zu kaufen und zu lesen. Ich bin dankbar es gelesen zu haben.

Ich möchte meine Rezension gerne mit einem Zitat von Franz Ruppert abschließen:

„Wage es, ganz du selbst zu sein und dich von allen dir schadenden Identifikationen und Zuschreibungen zu lösen. Erkenne, dass es keine höhere Autorität als dich selbst geben kann, die über dein Leben bestimmt und dir sagen kann, was gut und richtig für dich ist. Du brauchst für dein eigenes Leben niemanden um Erlaubnis fragen. Es ist dein Leben, und nur du kannst es leben. Nur du kannst selbst herausfinden, was ein gutes Leben für dich bedeutet“

Ich danke Professor Ruppert für dieses Buch und wünsche ihm einen großen Leserkreis, denn das hat dieses Buch zweifelsohne verdient.