Gegen weiteren Schmerz

Auf vielen Websiten wird der Narzisst als Übeltäter dargestellt, der andere stets manipuliert, ausbeutet und damit alleiniger Sündenbock ist, der schuld hat, dass die Beziehung kaputt ist und der Ex oder die Ex leidet.

Dass in einer Partnerschaft lediglich zwei Menschen aufeinander treffen, die ihre dysfunktionalen Glaubenssätze bestätigen und damit triggern, wird dabei gerne übersehen.

Fakt ist, zu einer Beziehung gehören immer zwei. Einer der macht und einer der machen lässt. Wer für finanzielle Absicherung eine schlechte Behandlung duldet verdient Mitgefühl. Dennoch hat man es selber in der Hand dafür zu sorgen, dass gut mit einem umgegangen wird. Zur Not trennt man sich. Was ist daran so schwer?

Dass man dann lieber auf Narzissmusopferseiten über seinen Ex oder sich in Therapie-Befindliche sich sehr negativ äußert, verschafft im ersten Moment sicherlich Erleichterung (weil Wut tut gut), lindert aber kaum den eigenen Schmerz (Heilung findet im Inneren statt).

Man verbindet Verbündete und fühlt sich verstanden. Aber kaum geht man off, geht auch das grandiose Gefühl abhanden.

Am Ende des Tages sitzt man wieder mit dem eigenen Kummer allein. Muss man vorher tatsächlich anderen gegenüber ein gemeines Schwein sein?

 

Auf Narzissmusopferseiten sind die Rollen wieder vertauscht, merkt aber keiner, wegen dem scheiß Rausch.

Das Dramadreieck bleibt ein Dreieck, da kann man noch so viel tanzen, der Hass geht nur weg, wenn man den Zweck des Schmerzes erkennt und nicht mehr seine Tränen verdrängt.

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