Missverständliche Kommunikation von Betroffenen

Das www ist das Mekkar für Narzissmusbetroffene jeder Fassion. Ob nun Opfer, Täter, Betroffener, Narzisst, Co- Narzisst, Aufklärer, Verklärer, Coach, Heilpraktiker, Troll oder Möchtegern… sie alle tummeln sich hier und geben ihre Sichtweise zum Besten. Ob nun auf Youtube mit Videos, Büchern, Buchkritiken, Buchrezensionen, Artikeln auf Websiten, eigenen Websiten oder Kommentaren – alle tragen was dazu bei.

Jeder hat eine andere Sichtweise, eine eigene Wahrnehmung, Perspektive oder Wahrheit. Und jeder hat Recht. Ja jeder hat Recht, aus seiner Sicht, in seiner Perspektive und demnach auch das Recht dazu diese Meinung zu publizieren. Niemand aber das Recht dazu darüber zu urteilen, wer jetzt „mehr Recht hat“. Jeder darf dazu eine eigene Meinung haben, bestenfalls mit einer Ich-Botschaft ausformuliert. Trotzdem lassen sich Generalisierungen und Pauschalisierungen nicht vermeiden. In diesem Falle hilft es als Leser beim Lesen sich zu distanzieren, falls es triggert oder sich abzugrenzen, falls man sich selber angesprochen fühlt. Jeder hat wie gesagt das Recht dazu sich frei zu äußern. Für mich gibt es keine reinen Opfer und Täter. Wir sind alle immer beides. Wir leben in einer traumatisierten Gesellschaft, die das eigene Trauma versucht abzuwehren und dabei andere (Re-)traumatisiert. Nur wer sein Trauma aufgelöst hat, schafft es im Lesemoment sich zu entspannen. Ich habe großes Mitgefühl mit allen, die immer noch angespannt sind und auf Websiten versuchen eine Erklärung zu finden für das Verhalten anderer. Denn auch wenn die meisten von uns als Kind unschuldig belastet wurden und als Kind entsprechend auch keinerlei Verantwortung oder Schuld auf sich genommen haben, haben wir spätestens als Erwachsener Sorge dafür zu tragen, wie wir mit dem umzugehen haben, was uns tagtäglich wiederfährt. Auch für den Umgang mit neuen Triggern tragen wir die Verantwortung.

Niemand muss die Meinung oder Sichtweise eines anderen teilen. Selbst annehmen muss man die Meinung eines anderen nicht. Respektieren wäre schön, denn das erwartet man von den anderen über die eigene Meinung auch. Also am Ende etwas stehen lassen zu können, wie es ist, das sollte das Ziel sein, von uns allen. Nichts- Tun und entspannen, statt angreifen und anspannen. Dann lieber in Wald gehen und Bäume umarmen oder anschreien. Aber den anderen abzuwerten für eine Meinung, die man selbst nicht hat, finde ich sehr destruktiv und nicht hilfreich, wenn es darum geht mit sich Selbst und dem inneren Kind in Kontakt zu gehen.

Auch hier sind durchaus andere Meinungen erlaubt. Dennoch und das wünsche ich mir von UNS allen: NACHSICHT mit dem was ist. Ich stelle mir immer wieder die Frage, was der andere davon hat, wenn ich seiner Meinung bin. Ich frage mich ebenso, was ist, wenn ich dem anderen zweifelsohne zustimme. Und ich frage mich auch, wo der Erkenntnisgewinn ist, wenn wir alle zu Ja- Sagern mutieren. Erreichen wir so den Frieden?

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