Wie ich lernte auf mein inneres Kind zu hören

Den Zwang entwickelt das Innere- ein liebgemeinter Lesehinweis

Wie ich lernte auf mein inneres Kind zu hören

Ich möchte Ihnen gerne vor dem Genuss dieser Lektüre (und auch dieses Textes) einen kleinen Hinweis geben, der es Ihnen eventuell leichter macht, sich im Falle eines Triggers von ihren Gedanken, die Sie dann umgeben, zu lösen und zwar liebevoll und ganz ohne Selbstvorwürfe.
Ich arbeite viel mit Selbstsuggestion und NLP. Das heißt, ich programmiere meine Denkmuster um. Aus „Ich muss“ wird ein liebevolles „Ich darf“. Dabei bin ich achtsam und mir über die Wirkung meiner Programmierung bewusst. Ich lerne nach meinen eigenen inneren Regeln mein Leben zu leben. Natürlich gibt es Grenzen, die man nicht überschreiten darf. Diese aber legt jeder für sich selber fest. Und ebenso ist jeder für die Bekanntmachung und Einhaltung der eigenen Grenzen verantwortlich.

Ein einfaches Nein zu den anderen kann ebenso Wunder bewirken, wie ein liebevolles JA zu sich selbst.

Atmen aber nicht vergessen.

Gern unterstütze ich Sie dabei, es mir gleich zu tun. Aber Sie müssen es natürlich nicht. Ich bin vollkommen Erwartungslos. Was sie tun, oder nicht tun, entscheiden ganz alleine Sie. Ich biete es Ihnen lediglich an. Ich persönlich tue auch nur noch das was ich will und nicht was ich muss. Das heißt auch, dass ich bei manch verlockenden Angeboten Nein sage, weil ich mir gerade wichtiger bin.

Und ich lebe dafür. Ich will mein Leben nur noch bewusst leben. Und wenn ich einen Rückfall habe, begegne ich mir ebenso liebevoll, wie anderen, weil ich zum einen weiß wie das geht, zum anderen aber auch, weil ich die Konsequenzen kenne, wenn ich dem nicht nachgehe. Wenn ich mich und meine Bedürfnisse ignoriere, darf ich mich nicht wundern, dass mein Umfeld mich nicht sieht. Sie sehen nur, was ich Ihnen zeige. Und wenn ich so tue als wäre alles ok, dann ist das ganz allein meine Verantwortung. Wenn ich Angst habe mich zu öffnen, liegt es auch eher an dem, was ich befürchte, selten aber an dem was gerade wirklich ist. Bin ich aber achtsam und mache mir bewusst was gerade ist, dann löst sich meine Angst meist von selbst auf.

Es ist nicht die Angst vorm Scheitern, die mich daran hindert es tun, sondern meine Gedanken über die möglichen Eventualitäten die mich es gar nicht erst versuchen lassen. Und dann scheitere ich erst recht.

Es heißt nicht: „Da muss man durch“ oder „Ich muss stark sein für die anderen“
sondern
es heißt: „Ich will selbstbestimmt leben“

Ein Beispiel:
Ich höre immer wieder, dass man arbeiten muss, auf Klo gehen muss, schlafen muss und überhaupt das Leben aus sehr vielen Pflichten besteht.
Ich muss aber nicht arbeiten. Ich darf es aber gerne tun, wenn ich es will. Sie müssen auch nur arbeiten, wenn Sie wollen. Natürlich können Sie sich hinter dem Argument verstecken, dass man manchmal arbeiten muss, gerade dann wenn es unangenehm ist, wenn es z.B sehr heiß draußen ist.
Nun irgendwann aber haben Sie sich entschieden, dass Sie in diesem Beruf arbeiten wollen. Das ist wie in der Ehe. Es gibt gute Zeiten und es gibt schlechte Zeiten. Sagen Sie mir jetzt bitte nicht, dass Sie das nicht gewusst haben, Sie sich also nicht darüber bewusst waren, dass es bei der Arbeit immer leicht ist. Und selbst dann können Sie sich selbst sagen: Ich will, weil ich will und nicht weil ich muss.
Außerdem können sie bei Hitze langsamer arbeiten, oder Pausen einlegen. Zu diesem Thema werden Sie im Laufe dieses Buches noch mehr erfahren. Sich Zeit nehmen, für sich, für Pausen und für Achtsamkeit.

Niemand kann sie zwingen durchzuarbeiten. Der Chef sagt Ihnen, was er von Ihnen vielleicht erwartet. Sie aber entscheiden, wie Sie es umsetzen. Der Chef hat nichts davon, wenn Sie sich übernehmen, weil Sie denken, dass er es erwartet und Sie dann sich verheben oder ausbrennen. Warum also denken Sie , dass Sie etwas tun müssen, weil es der Chef von Ihnen erwartet?

Wie die Überschrift schon sagt: Der Zwang kommt aus dem Inneren, aus ihrem Inneren. Sie sind zwar geprägt von ihren ersten Bezugspersonen, aber Sie sind jetzt alt genug selber die wichtigste Bezugsperson für ihr inneres Kind zu sein. Sie dürfen das wirklich.

Ein weiteres Beispiel:

Wenn ich krank bin, bin ich krank. Das schlechte Gewissen tausche ich gegen den Krankenschein ein.
Ich muss auch nicht gesund werden. Aber ich will gesund werden. Das funktioniert aber nicht auf Drang und Zwang, sondern nur mit einer liebevollen Einstellung gegenüber mir selbst. Das heißt ich kümmere mich um mich. Ich gebe mir was ich brauch. Ich brauche Entspannung. Und jedes Mal wenn ich den Gedanken wahrnehme, dass ich gesund werden muss, dann atme ich und lächele umso entspannter.
Bis zu meinem Zusammenbruch war ich genauso. Ich dachte ich darf nicht krank sein, muss arbeiten und darf bloß keine Schwäche zeigen. Ich hinkte meinen eigenen Erwartungen hinterher, die ich auf mein Umfeld projizierte. Ich ging davon aus, nur was Wert zu sein, wenn ich viel leiste.
Dass ich aber genug leiste, fiel mir nicht auf. Nein ich dachte, ich muss weiter machen, immer weiter.

Was meinen Sie, was passierte, als ich dann nach meinem Klinikaufenthalt bei der Arbeit das erste Mal Schwäche zeigte und dann dazu stand?
Nichts.
Ich wurde nicht ausgelacht.
Aber ich bekam Mitgefühl.
Ich durfte Sein ohne dafür was zu tun.
Geil!
Mein inneres Kind machte Luftsprünge. Es durfte sich zeigen, wie es ist. Ich durfte zeigen zu welchen Gefühlen ich in der Lage bin. Ich konnte meine Maske ablegen. Ich gewann Sicherheit. Und ich fühle mich absolut bestätigt, mich für den richtigen Weg entschieden zu haben.

Und ich lernte in der Klinik wirklich achtsamer zu sein, in erster Linie zu mir selber, im Umkehrschluss aber auch ganz automatisch für andere.

Was Sie von dem, was ich hier schreibe mitnehmen und für sich übernehmen, entscheiden Sie selbst. Ich erwarte nichts von Ihnen außer, wenn Sie sich entscheiden etwas zu tun, dass Sie es bewusst machen und weil Sie es wollen. Bitte fühlen Sie sich nicht genötigt jeden Rat, den Sie hier lesen anzunehmen. Ich möchte Ihnen nur das Angebot machen, sich selbst mit Achtsamkeit, Respekt und Liebe zu begegnen.
Wie Sie es am Ende umsetzen, liegt ebenso an Ihnen.

Wie Sie wissen: Niemand ist perfekt, also bin ich es auch nicht. Auch ich bin hin und wieder unbewusst. Auch ich falle in alte Muster oder fülle die Opferrolle aus. Und wenn mir das auffällt oder zurück gemeldet wird, denke ich mir: Wieder was gelernt über mich. Danke!
Ich lerne also wie Sie immer wieder neu dazu. Ich nehme alles an, setze aber nur das um, was ich will. Ich akzeptiere jede Meinung, finde deswegen aber nicht alles gut. Was ich aber gut finde ist, wenn Sie eine eigene Meinung haben.

Und sollte Sie der Text nun getriggert haben, begegnen Sie sich bitte liebevoll. Sie haben sich dafür entschieden diesen Text zu lesen. Genauso dürfen Sie nun entscheiden, was Sie sich selber (also auch ihrem inneren Kind) Gutes tun.

In diesem Sinne
Viel Gutes auf ihren Wegen.

Ihr Leonard Anders